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So weit ist die Schweiz mit dem Impfen

Wie hoch sind die Impfquoten in den Kantonen und weltweit? Wann treffen die nächsten Dosen von den Herstellern ein? Die Übersicht.

Yannick Wiget, Mathias Lutz, Patrick Vögeli, Marc Brupbacher, Sebastian Broschinski, Andreas Moor
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Impfdosen
wurden in der Schweiz (ohne Liechtenstein) bereits verabreicht.

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Welcher Anteil der Bevölkerung wurde schon geimpft?

Gemäss Zahlen des Bundesamtes für Gesundheit wurden in der Schweiz (ohne Liechtenstein) bis jetzt 10,9 Millionen Dosen gegen das Coronavirus verabreicht. Damit wurden 65,9 Prozent der Gesamtbevölkerung mindestens einmal geimpft.

Anteil geimpfter Personen der Schweizer Bevölkerung
vollständig: 62,5%
einfach: 3,4%
ungeimpft: 34,1%
Quelle: BAG

Vorderhand geht es darum einen möglichst grossen Teil der Bevölkerung zu impfen, um die Pandemie einzudämmen und eine Überlastung der Spitäler zu vermeiden. Seit Anfang Juni können sich Kinder und Jugendliche ab zwölf Jahren impfen lassen. Insgesamt gibt es knapp 7,6 Millionen Personen in der Schweiz, die älter als zwölf Jahre sind. 74,9 Prozent von ihnen haben bislang mindestens eine Dosis erhalten.

Anteil geimpfter Personen der Schweizer Bevölkerung ab 12 Jahren
vollständig: 71,1%
einfach: 3,8%
ungeimpft: 25,1%
Quelle: BAG

Zwischen den Altersklassen gibt es aber noch grosse Unterschiede: Von den 60- bis 79-Jährigen sind inzwischen 87,7 Prozent mindestens einmal geimpft, bei den 20- bis 39-Jährigen sind es erst 67,3 Prozent.

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Wie hoch ist die Impfquote in den Kantonen?

Die Kantone sind unterschiedlich weit mit der Immunisierung ihrer Bevölkerung, wie die BAG-Zahlen zeigen. Die Quote der vollständig Geimpften reicht von 52 bis 66,1 Prozent.

Der Vergleich offenbart, dass die Quote vor allem in ländlichen Kantonen tief ist. Denn beim Impfen gibt es einen deutlichen Stadt-Land-Graben, wie wir in Kapitel 5 aufzeigen.

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Wie schneidet die Schweiz im internationalen Vergleich ab?

Die Schweiz ist beim Impfen nur Mittelmass. Die meisten europäischen Länder, die über ähnliche finanzielle und medizinische Möglichkeiten verfügen, sind weiter mit dem Impfen.

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Wie viel Impfstoff steht zur Verfügung?

Der Bund hat mit sechs Herstellern Verträge für gut 57 Millionen Impfstoffdosen abgeschlossen. Drei davon haben bisher eine Zulassung erhalten: Pfizer/BioNTech, Moderna und Janssen (gehört zum Gesundheitskonzern Johnson & Johnson). Sie liefern ihre Vakzine nicht auf einmal, sondern nach Verfügbarkeit in die Schweiz. Deshalb hat der Bund erst einen Teil aller Bestellungen erhalten.

Weil der Bund damit rechnet, dass im kommenden Jahr eine Auffrischung der Corona-Impfung nötig ist, hat er sich weitere sieben Millionen Dosen von Moderna für das 2022 und je eine Lieferung von 7 Millionen Dosen von Pfizer/BioNTech für die Jahre 2022 und 2023 gesichert. Die Hersteller Astra-Zeneca, Novavax und Curevac haben für ihre Vakzine noch keine Zulassung erhalten. Dementsprechend haben sie der Schweiz auch noch keine Dosen geliefert.

5
Wer will sich eigentlich nicht impfen lassen?

Laut einer Umfrage der Forschungsstelle Sotomo vom 9. Juli sind 25 Prozent der Einwohner in der Schweiz gegen die Impfung, also ein Viertel der Bevölkerung. Jüngere haben eine tiefere Bereitschaft als Ältere. Zudem gibt es Unterschiede nach Einkommen und Parteipräferenz sowie einen deutlichen Stadt-Land-Graben.

Im ländlichen Raum ist die Ablehnung viel grösser als in den Grossstädten. Menschen mit einem vergleichsweise tiefen Lohn sind skeptischer als Gutverdiener. Und die Impfbereitschaft ist auch stark mit der politischen Orientierung verbunden: Von der SVP-Anhängerschaft will sich mehr als die Hälfte grundsätzlich nicht impfen lassen. Die in den nationalkonservativen Milieus eher verbreitete Wissenschaftsskepsis spielt dabei eine wichtige Rolle.